meine Oma

„Stark sein“, flüstert die Stimme in meinem Kopf
Ich blinzle die Träne aus meinem Augenwinkel.

Es kommt mir vor, als hätte sie erst vorgestern die Diagnose bekommen.

Manchmal sehe ich ihr bleiches Gesicht vor mir,
wie ich sie das letzte Mal gesehen,
sie das letzte Mal umarmt,
mich von ihr verabschiedet habe und meine Lippen die Worte „bis bald“ formten.
Ich sehe vor mir, wie wir ihre Schlafzimmertür geschlossen haben und ich drauf und dran war, zusammen zu brechen.

„Stark sein“, hat sie auch damals gemurmelt,
die Stimme in meinem Kopf.
„Stark sein, für deine Familie“

Ich habe sie geliebt.
All ihre Geschichten die sie mir erzählt hat,
die Grießnockerlsuppe die es immer gab, wenn wir sie besucht haben
Ich habe das alte Haus mit all seinen knarzenden Treppenstufen geliebt
und die gemeinsamen Kartelrunden.

Sie fehlt mir sehr.
Die Frau, die mir so viel Liebe geschenkt hat
und immer ein offenes Ohr für mich hatte.
Meine Oma.
Sie ist tot, seit heute vor zwei Jahren.

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2 Gedanken zu “meine Oma

  1. Oh nein, das tut mir unfassbar leid für dich!
    Meine Oma ist letztes Jahr in der Nacht auf Heiligabend gestorben (ausgerechnet an dem eigentlich so schönen Weihnachtsfest…) und ich vermisse sie auch sehr. Manchmal habe ich den Drang, sie anzurufen und mit ihr zu quatschen und bemerke dann, dass das nicht möglich ist… Verstehe dich da also sehr gut 😦

    Ganz liebe Grüße,
    Krissi von the marquise diamond
    https://www.themarquisediamond.de/

    Gefällt 1 Person

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